
Eine Hovercraft Fähre verbindet die Robustheit eines Schiffes mit der Vielseitigkeit eines Luftkissenfahrzeugs. Ob auf Flüssen, Küstengewässern oder Brackwasser – die Faszination eines Hovercrafts liegt in der Fähigkeit, Oberflächen zu berühren, die andere Verkehrsträger oft herausfordern. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie, wie eine Hovercraft Fähre funktioniert, wo sie sinnvoll eingesetzt wird, welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt und welche Entwicklungen in der Zukunft zu erwarten sind. Zudem werfen wir einen Blick auf die Unterschiede zwischen einer Hovercraft-Fähre und konventionellen Fährverbindungen sowie auf rechtliche und betriebliche Aspekte.
Was ist eine Hovercraft Fähre und woraus besteht sie?
Eine Hovercraft Fähre, oft auch als Hovercraft-Fähre oder einfach Hovercraft bezeichnet, ist ein spezielles Fährfahrzeug, das auf einem Luftkissen schwebt und dadurch mit relativ geringer Bodenreibung fortschreitet. Der zentrale Unterschied zu herkömmlichen Booten oder Schiffen liegt im Luftpolster, das durch eine oder mehrere Gebläse bzw. Turbinen erzeugt wird. Dieses Luftkissen entkoppelt das Fahrzeug von der Wasseroberfläche und minimiert die Kontaktflächen, wodurch das Hovercraft-Fähre auf flachen Gewässern, Küsteneinschnitten, Schlamm- und Kiesbänken sowie sogar auf Eis oder Schnee verkehren kann.
Die typischen Bauteile einer Hovercraft Fähre sind:
- Lift-System: Gebläse oder Turbinen erzeugen den Luftstrom, der ein Druckkissen über dem Wasserspiegel erzeugt.
- Schwarten- oder Luftkissenbereich: Die seitlichen Zierkanten (Skirts) halten die Luft unter dem Fahrzeug und verhindern fühlbares Entweichen nach außen.
- Antriebsstrang: Eine oder mehrere Turbinen sorgen für Vortrieb; in vielen Modellen wird der Vortrieb durch Propeller oder Strahlruder realisiert, je nach Konstruktion.
- Steuerung: Ruder, Düsen oder Clipper-Befehle ermöglichen Richtungsänderungen während des Kurses, wobei die Bedienung eines Hovercraft-Fährers eine besondere Schulung erfordert.
- Tankeinheit und Infrastruktur: Kraftstoff- oder Batteriekonfiguration, Abwärme- und Klimasysteme, je nach Größe der Fähre.
Der Charme einer Hovercraft Fähre ergibt sich aus ihrer Fähigkeit, Gewässerformen nahezu unmittelbar zu überqueren, ohne auf klassische Wellen abzuwarten. Diese Flexibilität macht die Hovercraft Fähre attraktiv für bestimmte Routen, in denen Uferabschnitte flach sind, Strukturen wenig Platz benötigen oder die Umgebungsbedingungen eine herkömmliche Fährverbindung erschweren.
Wie funktioniert eine Hovercraft Fähre? Grundlagen der Technik
Die Funktionsweise einer Hovercraft Fähre basiert auf zwei zentralen Prinzipien: dem Luftkissenprinzip und dem Vortriebsprinzip. Das Luftkissenprinzip schafft einen Kissenbereich zwischen Fahrzeugunterseite und Wasseroberfläche und reduziert Reibung drastisch. Der Vortrieb erfolgt unabhängig vom Luftkissen durch eine separate Antriebsanlage.
Lift-System und Luftkissen
Die Lift-Komponente erzeugt einen kräftigen Luftstrom, der durch Öffnungen oder Düsen nach unten gerichtet wird. Der entstehende Luftdruck hebt das Hovercraft leicht an, sodass es auf einer dünnen Luftschicht über der Wasseroberfläche schwebt. Die Skirts – flexible Gummi- oder Kunststoffkanten – halten das Luftkissen in Form und verhindern, dass Luft nach außen entweicht. Dadurch bleibt das Fahrzeug stabil, auch wenn Wellen oder Strömungen auftreten.
Vortrieb und Stabilität
Der Vortrieb erfolgt meist durch leistungsstarke Turbinen oder Propeller, die hinter dem Luftkissen platziert sind. Die Strömung erzeugt Schub, der das Hovercraft Fähre vorantreibt. Moderne Systeme nutzen oft eine Kombination aus Lenkung und Fahrdynamik, um Kurvenfahrten sowie schnellen Richtungswechsel zu ermöglichen. Die Steuerung erfordert ein erfahrenes Personal, da die Reaktion des Luftkissens von Gewicht, Lastverteilung, Wasserbeschaffenheit und Wind beeinflusst wird.
Schwierigkeiten und Grenzen der Technik
Hovercraft Fähren sind besonders sensibel gegenüber Wasserbedingungen wie Strömungen, Wellengang und Sandablagerungen. Unterwasserhindernisse, Kiesbänke oder Pflanzen können das Luftkissen beeinflussen und die Stabilität mindern. Deswegen werden Einsatzgebiete sorgfältig geprüft, und Routen werden so geplant, dass Höchstgeschwindigkeit auf sicheren Frequenzen bleibt und die Fährleistung gewährleistet ist. Dennoch bieten Hovercraft-Fähren Vorteile in Küstengebieten oder Flussmündungen, in denen traditionelle Schiffe auf Grund laufen würden oder schwer zugängliche Uferbereiche existieren.
Historischer Überblick: Von den Anfängen zur Hovercraft Fähre
Der Ursprung der Hovercraft-Technologie reicht in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Der britische Ingenieur Christopher Cockerell entwickelte in den 1950er Jahren das Konzept des Luftkissens, das später die Grundlage für kommerzielle Hovercraft-Fähren bildete. Die ersten Demonstrationen führten 1959 zur berühmten SR.N1, dem Prototyp, der kuriose und zugleich beeindruckende Erfahrungen zeigte. In den 1960er Jahren setzte sich die Idee in Großbritannien und einigen europäischen Ländern durch, und verschiedene Betreiber versuchten, Hovercraft-Fähren als neue, schnelle Verbindungsform zu etablieren. Trotz technischer Fortschritte blieb die kommerzielle Nutzung zeitweise begrenzt, unter anderem durch Witterungsempfindlichkeit, hohe Betriebskosten und Wartungsbedarf. Dennoch gab es in bestimmten Regionen erfolgreiche Pilotprojekte und touristische Anwendungen, die die Möglichkeiten der Hovercraft Fähre belegen.
Schlüsselmomente in der Entwicklung
- Erste Demonstrationen und der Bau des SR.N1 in den 1950er/60er Jahren.
- Frühe kommerzielle Einsätze in Nordwesteuropa und Nordamerika in den 1960er/1970er Jahren.
- Erweiterte Fährenmodelle mit größerer Kapazität und verbesserten Skirts in den 1980er/1990er Jahren.
- Neuere Designansätze, Hybridantriebe und integrierte Navigationssysteme in den 2000er Jahren.
Anwendungsgebiete: Wo passt eine Hovercraft Fähre am besten?
Hovercraft Fähren eignen sich besonders für bestimmte Einsatzszenarien, in denen herkömmliche Fährverbindungen eingeschränkt sind. Typische Einsatzgebiete umfassen Flussmahlen mit flachgespülten Uferzonen, Brackwassergebiete, küstennahe Verbindungsstrecken, Inselverbindungen in seichten Küstengewässern sowie touristische Routen, die ein besonderes Erlebnis bieten.
Küsten- und Inselverbindungen
In Küstengebieten können Hovercraft Fähren kurze, direkte Verbindungen zwischen Inseln oder Uferlinien herstellen, ohne eine lange Anlegeinfrastruktur zu benötigen. Die Fähigkeit, unregelmäßige Uferformen zu bedienen und auf Sand- oder Kiesbänke zu gelangen, macht Hovercraft-Fähren interessant, wenn natürliche Hindernisse existieren oder knappe Infrastruktur zur Verfügung steht.
Fluss- und Brackwasseranwendungen
Flussmündungen, Flussabschnitte mit geringer Tiefe oder trübe Gewässer bieten oft ideale Bedingungen für Hovercraft Fähren. Die Luftkissen-Technologie erfordert weniger Tiefgang als konventionelle Boote, wodurch Routen durch instabile Sände oder stark gelegene Treibauf受到 ermöglicht werden.
Touristische Routen und Events
Hovercraft Fähren werden gelegentlich für touristische Strecken genutzt, die ein besonderes Erlebnis bieten. Die Nähe zum Wasser, Geschwindigkeit und das ungewöhnliche Fahrgefühl ziehen Besucher an und tragen zur Diversifizierung des Hafen- bzw. Küstenverkehrs bei.
Vor- und Nachteile der Hovercraft Fähre
Wie jede Transportlösung vereint auch die Hovercraft Fähre spezifische Vorteile und Einschränkungen. Die folgende Gegenüberstellung hilft, die Eignung für eine bestimmte Route besser einzuschätzen.
Vorteile
- Hohe Geschwindigkeit gegenüber vielen traditionellen Fährverbindungen, insbesondere auf kurzen Distanzen.
- Große operative Flexibilität durch geringe Tiefen- und Uferanforderungen; leicht zugängliches Terrain wie Flachwasser und Sandflächen.
- Direktere Routen ohne umfangreiche Hafeninfrastruktur; Erschließung neuer Wasserwege ohne schwere Hafenanlagen.
- Geringere Bodenabnutzung im Vergleich zu schweren Hafenanlagen, da weniger Strukturbewegungen notwendig sind.
Nachteile
- Hohe Investitions- und Betriebskosten, insbesondere für Turbinen, Wartung und spezialisierte Besatzung.
- Begrenzte Witterungsresistenz; bei starkem Wind, hohen Wellen oder Eis wird der Betrieb eingeschränkt oder unterbrochen.
- Geringere Treibstoff- bzw. Energieeffizienz über längere Strecken im Vergleich zu herkömmlichen Fähren.
- Spezielles Personaltraining und ausgeprägte Sicherheitsprotokolle, um die komplexe Steuerung und das Luftkissenmanagement sicher zu gestalten.
Sicherheit, Regulierung und Betrieb einer Hovercraft Fähre
Sicherheit hat bei Hovercraft Fähren höchste Priorität. Die Einhaltung von Normen, regelmäßige Wartung und qualifiziertes Personal sind entscheidend, um Unfälle zu vermeiden und einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.
Normen und Zulassungen
Hovercraft-Fähren fallen in einen Bereich, der sowohl maritime als auch luftfahrtnahe Sicherheitsstandards berücksichtigen kann. Betreiber müssen sich an nationale Vorgaben, Seeschifffahrtsbehörden und gegebenenfalls an internationale Regelwerke halten. Dazu gehören Ausbildungsnachweise für Besatzung, regelmäßige Sicherheitsübungen, Wartungspläne und Inspektionen der Skirts sowie der Antriebssysteme. Die rechtlichen Rahmenbedingungen variieren je nach Land und Region, weshalb eine sorgfältige Planung vor dem Start einer Route unverzichtbar ist.
Schulung und Bedienung
Der Betrieb einer Hovercraft Fähre erfordert eine spezielle Schulung der Besatzung, insbesondere in den Bereichen Luftkissenmanagement, Notfallverfahren, Notausrüstung und navigation. Die Steuerung eines Hovercraft-Fahrzeugs unterscheidet sich von traditionellen Fähren, da schnelle Reaktionen auf Wind- und Wassereinflüsse notwendig sind. Regelmäßige Trainings und Simulationen verbessern die Reaktionsfähigkeit und verringern das Risiko von Fehlmanipulationen.
Notfall- und Sicherheitsmaßnahmen
Zu den typischen Sicherheitsmaßnahmen gehören redundante Betriebssysteme für Luftkissen, Notabsenkungen, robustes Kommunikationssystem und klare Evakuierungsprozeduren. In vielen Systemen ist eine automatische Stopp-Funktion integriert, die bei bestimmten Grenzwerten aktiv wird. Zusätzlich sind Rettungsboote, Sicherheitsausrüstung und Notfallkarten in der Regel an Bord vorhanden.
Wartung, Betriebskosten und Wirtschaftlichkeit einer Hovercraft Fähre
Wartung und Betriebskosten sind zentrale Faktoren bei der Entscheidung, ob eine Hovercraft Fähre wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Technologie bietet Vorteile, bringt jedoch auch besondere Anforderungen mit sich.
Wartungsbedarf und Lebenszyklus
Skirts, Dichtungen, Luftkanäle und das Lift-System benötigen regelmäßige Inspektionen. Der Luftkissenbereich ist insbesondere anfällig für Verschleiß durch Sandpartikel, Korrosion oder Materialdehnung. Die Antriebseinheit (Turbinen, Propeller) verlangt regelmäßige Wartung, Getriebeüberprüfungen und Temperaturkontrollen. Die Wartungstage werden oft in Wartungsverträgen festgelegt, um Ausfallzeiten zu minimieren.
Kostenfaktoren
Zu den Kosten zählen Anschaffung, Wartung, Kraftstoff oder Energie, Personal, Versicherungen und Hafeninfrastruktur. Im Vergleich zu konventionellen Fährbetrieben können die Anschaffungs- und Betriebskosten höher sein, insbesondere bei größeren Hovercraft-Fähren. Dennoch können Einsparungen durch kurze Bau- und Instandhaltungszeiten in bestimmten Geländen erzielt werden, insbesondere wenn komplexe Hafenanlagen vermieden werden. Die Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich von der Auslastung, der Länge der Strecken und den Instandhaltungskosten ab.
Planung der Wirtschaftlichkeit
Bei der Planung einer Hovercraft Fähre Route werden Faktoren wie Reisedauer, Passagier- oder Frachtvolumen, Kraftstoffverbrauch und erwartete Instandhaltungskosten analysiert. Oft entstehen Vorteile durch Einsparungen bei Landeinrichtungen, da die Fähre nicht an festen Hafenanlagen gebunden ist. Die Kosten-Nutzen-Analyse berücksichtigt auch strategische Ziele wie Konnektivität, Tourismus und regionale Entwicklung.
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit von Hovercraft Fähren
In Zeiten zunehmender Umweltbewusstheit gewinnen emissionsarme oder emissionsneutrale Verkehrsmittel an Bedeutung. Hovercraft Fähren bieten eine interessante Balance zwischen Geschwindigkeit und Umwelteinfluss, während sie gleichzeitig Herausforderungen mit sich bringen.
Emissionen und Lärm
Hovercraft Fähren nutzen oft Diesel- oder ähnliche Verbrennungsmotoren für Lift- und Vortriebssysteme. Diese erzeugen Emissionen, die sich auf Luftqualität und Klimabilanz auswirken. Neue Konzepte zielen darauf ab, den CO2-Ausstoß zu senken, beispielsweise durch Hybridantriebe oder den Einsatz von Elektrifizierung auf kurzen Strecken. Lärm ist ein weiterer Faktor, besonders in marinen oder sensiblen Küstengebieten. Effektive Schalldämpfung und vorschriftenkonforme Schalldämmung sind daher Bestandteil moderner Hovercraft-Bauformen.
Ressourcen und Materialwahl
Die Auswahl von langlebigen Materialien für Skirts, Luftkanäle und Strukturkomponenten beeinflusst Umwelt- und Betriebskosten. Langlebige Materialien reduzieren Recyclingbedarf und Down-Time. Fortschritte in der Leichtbauweise helfen, das Gewicht zu optimieren und Energieverbrauch zu minimieren.
Hovercraft-Fähre versus traditionelle Fähre: Ein direkter Vergleich
Um die richtige Transportlösung zu wählen, lohnt sich ein direkter Vergleich der wichtigsten Aspekte zwischen Hovercraft Fähren und traditionellen Fährverbindungen.
Geschwindigkeit und Zugänglichkeit
Hovercraft Fähren bieten typischerweise höhere Reisetemperaturen auf kürzeren Strecken. Sie können direkt von Ufer zu Ufer übergehen, ohne aufwerfende Hafeninfrastruktur, was Zeit spart und die Infrastrukturkosten senkt. Traditionelle Fähren benötigen dagegen Häfen, Anlegeplattformen und oft längere Infrastruktur.
Witterungsabhängigkeit
Traditionelle Fähren sind oft wetterunabhängiger als Hovercraft-Fähren in bestimmten Bedingungen. Hovercraft sind empfindlicher gegenüber starkem Wind, hohen Wellen oder Eis. In rauem Seegang kann der Betrieb eingeschränkt werden, während Fährschiffe meist bei weniger extremen Bedingungen weiterfahren.
Flexibilität und Umweltfaktoren
Hovercraft Fähren bieten unter bestimmten Umständen größere Flexibilität, insbesondere in Uferzonen mit unregelmäßigen Uferlinien. Für Umweltaspekte kann die Abhängigkeit von Hafenanlagen reduziert werden, was zu ökologischen Vorteilen führen kann, sofern Emissionen minimiert werden. Auf längeren Strecken bleiben konventionelle Fähren in vielen Fällen wirtschaftlicher und umweltfreundlicher, besonders wenn sie durch effiziente Motoren und effizienter Routenführung optimiert sind.
Planung einer Hovercraft Fähre Route: Von der Idee zur Umsetzung
Die Realisierung einer Hovercraft-Fähre-Route erfordert eine gründliche Planung, Detailanalyse und eine schrittweise Umsetzung. Im Folgenden skizzieren wir die wichtigsten Phasen, damit eine solche Route realisierbar wird.
1. Machbarkeitsstudie und Standortanalyse
In der ersten Phase wird die geografische Eignung bewertet. Dazu gehören Tiefenprofile, Wassertiefe, Bodenbeschaffenheit, Strömungen, Wellenhöhe, Windstatistiken und potenzielle Uferinfrastrukturen. Eine Machbarkeitsstudie prüft finanzielle, ökologische und soziale Auswirkungen sowie die potenzielle Nachfrage.
2. Technische Spezifikationen
Basierend auf der Standortanalyse werden die technischen Anforderungen festgelegt. Dazu gehören die notwendige Liftleistung, der Treibsatz, die Länge der Skirts, Ladekapazität, Sicherheits- und Notfallausrüstungen, sowie die Kompatibilität mit bestehenden Verkehrsnetzen. Die Wahl eines geeigneten Antriebs – Diesel, Hybrid oder Electric – beeinflusst Kosten, Emissionen und Wartungsbedarf.
3. Genehmigungen und Regulierung
Die Route muss mit lokalen Behörden, Küstenwachen, Umweltbehörden und Verkehrsbetrieben koordiniert werden. Genehmigungen betreffen Lärmschutz, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Schifffahrtswege und Sicherheitsvorschriften. Frühzeitige Abstimmungen helfen, Verzögerungen zu vermeiden.
4. Infrastrukturplanung
Auch wenn Hovercraft-Fähren weniger Hafeninfrastruktur benötigen, sind Landezonen, Start- und Landeplätze sowie sichere Abwurf- bzw. Anlaufzonen erforderlich. Spendable Lagedums, Terminalzonen, Barrierefreiheit und Notfallzugänge müssen geplant werden. In manchen Fällen kann eine kleine Wartungsbasis sinnvoll sein, um Wartungsarbeiten vor Ort durchzuführen.
5. Betriebskonzept und Wirtschaftlichkeitsanalyse
Hier werden Betriebszeiten, Frequenzen, Ticketpreise, Personalbedarf, Wartungskosten und Versicherungen festgelegt. Die Ergebnisse helfen, langfristige Rentabilität zu bewerten und Investoren zu überzeugen. Ein solides Betriebskonzept berücksichtigt auch saisonale Nachfrageschwankungen, Wartungsfenster und Notfallpläne.
6. Pilotphase und schrittweise Skalierung
Oft empfiehlt sich eine Pilotphase mit reduzierter Kapazität und begrenzter Route, um realistische Daten zu sammeln. Basierend auf den Erfahrungen wird die Frequenz erhöht und das Angebot erweitert, während Sicherheits- und Umweltstandards stetig überwacht werden.
Zukunftsperspektiven: Welche Entwicklungen könnten Hovercraft-Fähren kommende Jahre prägen?
Die Technologie hinter Hovercraft Fähren bleibt in Bewegung. Forschung und Entwicklung konzentrieren sich auf Effizienzsteigerungen, Umweltverträglichkeit und Sicherheitsverbesserungen. Hier einige Trends, die die Zukunft der Hovercraft-Fähren prägen könnten:
Hybrid- und Elektromobilität
Hybrid- oder rein elektrische Antriebe könnten die Emissionen verringern und Betriebskosten senken. Die Kombination aus Turbo-Lift-Systemen und leisen, effizienten Antrieben erleichtert den Betrieb auf kurzen, frequenzbetriebenen Strecken. Neue Batteriesysteme und Schnellladetechnologien könnten die Verfügbarkeit erhöhen.
Automatisierung und Assistenzsysteme
Fortgeschrittene Navigations- und Sicherheitsfunktionen, einschließlich automatisierter Kursführung, Kollisionsvermeidung und Telemetrie, könnten den Betrieb sicherer und effizienter gestalten. Allerdings bleiben menschliche Operatoren wichtig, insbesondere bei unvorhergesehenen Wetterlagen.
Modulare Designs und Wartungsfreundlichkeit
Modulare Hovercraft-Konstruktionen ermöglichen leichtere Wartung und den Austausch von Teilen. Neue Materialien erhöhen die Haltbarkeit der Skirts und verbessern die Lebensdauer der Luftkissen. Gleichwohl müssen lange Lebenszyklen finanziell attraktiv gestaltet werden, um Investitionen zu rechtfertigen.
Umweltfreundliche Küsteninfrastruktur
Neue Hafen- und Uferflächen können so gestaltet sein, dass Hovercraft Fähren dort effizient starten und landen. Umweltverträgliche Bauweisen und ökologische Aufwendungen tragen dazu bei, den Betrieb in empfindlichen Küstengebieten zu ermöglichen, ohne die Natur zu belasten.
Fazit: Hovercraft Fähre als flexible Ergänzung im Verkehrsmix
Die Hovercraft Fähre bietet eine faszinierende Alternative zu traditionellen Fährverbindungen, insbesondere in Küsten- und Flussgebieten mit unregelmäßigen Uferlinien oder begrenzter Infrastruktur. Sie kombiniert Geschwindigkeit mit einer hohen operativen Flexibilität und eröffnet neue Wege der Vernetzung, Tourismusförderung und regionalen Entwicklung. Gleichzeitig sind die Investitions- und Betriebskosten nicht zu unterschätzen, und der Erfolg hängt stark von sorgfältiger Planung, geeignetem Einsatzgebiet, robustem Wartungsmanagement und einer klaren rechtlichen Grundlage ab. Wenn diese Komponenten harmonieren, kann die Hovercraft Fähre eine elegante, moderne Lösung darstellen – eine echte Chance für eine nachhaltigere, schnellere und flexiblere Verbindung über Wasser.
Glossar: Wichtige Begriffe rund um Hovercraft Fähre
- Hovercraft Fähre – ein Fährfahrzeug, das auf einem Luftkissen schwebt und sich durch Vortrieb über Wasser bewegt.
- Hovercraft-Fähre – alternative Schreibweise, häufig als zusammengesetzter Begriff verwendet.
- Lift-System – das System, das den Auftrieb erzeugt, um das Hovercraft-Fähre über Wasser schwebend zu halten.
- Skirts – flexible Kanten, die das Luftkissen luftdicht halten und Luftverlust minimieren.
- Vortrieb – der Antrieb, der das Fahrzeug vorwärts bewegt, oft durch Turbinen oder Propeller realisiert.
- Infrastruktur – Hafen- oder Landezonen, an denen Passagiere ein- und aussteigen oder Wartungsarbeiten durchgeführt werden.
- Regulierung – rechtliche Vorgaben, Normen und Genehmigungen, die den Betrieb einer Hovercraft Fähre betreffen.
- Nachhaltigkeit – Umweltverträglichkeit und Emissionsreduktion, besonders relevant bei modernen Antriebskonzepten.
Obwohl Hovercraft Fähren eine spezialisierte Transportlösung darstellen, lohnt sich ihr Blickwinkel als Teil eines ganzheitlichen Mobilitätssystems. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Flexibilität und der Möglichkeit, Uferzonen direkt zu erreichen, bietet Potenzial für neue Verbindungen, die zuvor als unmöglich erschienen. Mit innovativem Design, sorgfältiger Planung und verantwortungsvoller Regulierung könnte die Hovercraft Fähre in bestimmten Regionen eine attraktive, zukunftsfähige Ergänzung des modal-spezifischen Verkehrsplans werden.